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Unter dem Motto „HALTung zeigen. Zwischen Krise und Kraft“ fand am 24. April die 19. Auflage der jährlichen Fachtagung des Sozialunternehmens AQUA Mühle Vorarlberg statt. Rund 160 engagierte Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Politik, Sozialer Arbeit und Zivilgesellschaft folgten der Einladung, um sich über aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungen im Sozialbereich auszutauschen. Barbara Blaha vom Momentum Institut sorgte mit einem politischen Impulsvortrag für einen inspirierenden inhaltlichen Auftakt.

Impulse, Diskussionen und Netzwerk

Die Bedarfe im Sozialbereich haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Gleichzeitig geraten die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen von Sozialunternehmen zunehmend unter Druck. Damit sorgen diese Entwicklungen für unterschiedlichste Konflikte in der Sozialen Arbeit. Das diesjährige AQUA Forum bot ein interaktives Programm mit Poetry Slammer J-Man, einem inszenierten Flashmob von Studierenden der FH Vorarlberg und Klient:innen von AQUA Mühle, einem Impulsvortrag von Barbara Blaha und einer lebhaften Podiumsdiskussion. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine nachhaltige Zukunft im sozialen Bereich in Zeiten von Spardruck und knapper Ressourcen gelingen kann. Die bewusst räumlich offen gewählte Veranstaltungsform bot den Teilnehmer:innen nicht nur fachlichen Input, sondern auch Raum für intensiven Austausch und Vernetzung.

Highlights des Forums

Ein besonderer Höhepunkt war der Impulsvortrag von Barbara Blaha, Autorin und Gründerin des Momentum Instituts in Wien. In ihrem Vortrag skizzierte sie die Dringlichkeit, unsere Demokratie zu schützen, denn ein Ende der Demokratie ginge immer mit einem Abbau von staatlichen Gesundheits- und Sozialleistungen einher. „Demokratie beginnt zu bröckeln, wo Menschen das Gefühl bekommen, dass etwas nicht mehr gestaltbar ist. Das verstärkt Gefühle von Ohnmacht, Kränkung, Abstieg und Unsicherheit. Und solange man Angst um Verlust hat, ist man nicht bereit zu teilen.“

Die anschließende Podiumsdiskussion, an der Barbara Blaha, Bernhard Heinzle (Präsident der Arbeiterkammer Vorarlberg), Elmar Hartmann (Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg), Katharina Anna Huber (Peerberaterin bei AQUA Mühle) und Walter Gohm (Bürgermeister Frastanz und Präsident des Gemeindeverbands Vorarlberg) teilnahmen, entwickelte sich zu einer lebhaften Debatte, bei der sich auch das Publikum einbrachte. Aus den Backgrounds der Teilnehmenden ergaben sich unterschiedliche Blickwinkel, denen Moderatorin Martina Eisendle mit viel Geschick Raum gab.

Den emotionalen Auftakt der Podiumsdiskussion setzte die Peerberaterin Katharina Anna Huber, die aus eigener Erfahrung sprach: „Haltung heißt nicht, souverän sein, sondern ehrlich sein, obwohl es vielleicht unbequem ist, zu sagen, ich bin nicht stabil, ich schaffe das gerade nicht.“

Walter Gohm schilderte die schwierige finanzielle Lage der Gemeinden: „Als Gemeinde haben wir die Verantwortung entsprechend Sorge zu tragen, dass Gelder richtig verteilt werden.“ Weiters hält er fest, dass das Ehrenamt entsprechend gefördert werden müsse, denn „das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft“.

Elmar Hartmann sieht im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Sozialstaat die Herausforderung, dass die hohe Staatsquote und die starke Belastung der Unternehmen in Österreich die wirtschaftliche Dynamik bremsen. Der „Kuchen“, der verteilt werden kann, wächst nur, wenn die Wirtschaft gestärkt wird.

Bernhard Heinzle kritisiert den Umgang der Politik mit ausgelagerten sozialen Aufgaben: Verschiedene soziale Verantwortungen seien an Organisationen übertragen worden und später die Budgets gekürzt. Sein Vorwurf: „Verantwortung wird abgegeben, aber später nicht mehr wahrgenommen.“ Er vertritt die klare Linie: „Mehr Mitbestimmung statt Top-down-Politik, denn ein Sozialstaat ist die Grundlage für Stabilität.“

Fazit des Geschäftsführers

„Das AQUA Forum 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen allen gesellschaftlichen Akteur:innen ist“, so Max Krieger-Alfons, Geschäftsführer von AQUA Mühle. „Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema hat nicht nur neue Impulse gegeben, sondern auch gezeigt, dass wirtschaftliche Stärke und soziale Sicherheit nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Vielmehr braucht es ein Zusammenspiel beider Bereiche sowie mehr Dialog, um tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.“

Über das AQUA Forum

Das AQUA Forum ist die jährliche Fachtagung zu arbeits- und sozialpolitisch aktuellen Themen von AQUA Mühle Vorarlberg. Es findet rund um den Tag der Arbeit (1. Mai) und dem Tag der Arbeitslosen (30. April) statt. Gemeinsam mit der Geschäftsführung von AQUA Mühle Vorarlberg präsentieren und diskutieren Expert:innen, Fachkräfte und AQUA Mühle Stakeholder sowie Klient:innen über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Sozialbereich und dem Arbeitsmarkt und suchen nach innovativen Antworten.

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