AQUA Mühle Vorarlberg hat sie tagtäglich. Die Erfolgsgeschichten. Leider berichten wir nie darüber.
Täglich sind wir auf der Suche nach dem geeigneten Arbeitsplatz für unsere Klient:innen. Arbeitsplätze, wo die Stärken der Menschen gesehen und gefördert werden und Arbeitgeber:in und Angestellte:r voneinander profitieren und wachsen können.
Vom Suchtdruck zur Selbstbestimmung – eine Reise zurück ins Leben
Wie AQUA Mühle einen Menschen dabei unterstützte, seinen eigenen Weg zu finden
Als Marcel* das erste Mal bei AQUA Mühle in Frastanz auftauchte, war es eher ein Versuch. Ein Schritt in Richtung Alltag, ein wenig Struktur, aber noch ohne großen Plan. Marcel* begann im Kurs „Brücke zur Arbeit“. Ein gewöhnlicher Einstieg, wie ihn viele wählen. Doch bald entwickelte sich daraus mehr. Er fand im Alltag-Programm einen Ort, an dem er jeden Vormittag eine Aufgabe hatte, einen Rhythmus, der ihm half, wieder Halt im Leben zu finden.
Ein erster Arbeitsversuch scheiterte. Er kämpfte, fiel zurück und merkte schließlich, dass seine Sucht wieder die Oberhand gewann. Doch statt zu resignieren, meldete er sich selbst erneut bei AQUA Mühle. Ganz bewusst. „Ich wusste, ich brauche Hilfe“, sagt er.
Und dort fand Marcel* etwas, das man nicht planen kann:
Sicherheit. Eine Anlaufstelle, die sich wie Heimat anfühlte.
Ohne Umwege konnte er in eine Ausbildung einsteigen ohne weiterer Zwischenschritt, kein lästiges Warten. Ein Traum, den er bereits als Kind in sich trug, rückte plötzlich wieder in Reichweite: die Arbeit im pädagogischen Bereich. „Im Kindergarten werden immer Leute gebraucht“, sagte man ihm. Der Gedanke gefiel ihm. Doch das Probeschnuppern in einem Kindergarten zeigte schnell: Der Umgang mit Kindern ist nicht immer leicht. Aber die Arbeit selbst berührte ihn: da war etwas, das sich richtig anfühlte.
Mit Unterstützung von AQUA Mühle und dem AMS begann er seine Ausbildung. Ein finanzieller Kraftakt, den er ohne diese Hilfe kaum geschafft hätte. Und genau darum sagt er heute, mit Blick zurück: „Ich wünschte, ich wäre früher an so ein Programm gekommen.“ Denn es war nicht nur die Ausbildung. Es war das ganze Paket. Kunstraum, Erlebnispädagogik, Gesprächskreise. Angebote, die er je nach Bedürfnis nutzen konnte. Kein Druck, kein Muss. Sondern ein Raum, um sich selbst wiederzufinden.
Marcel* lernte, zu erkennen, welche Menschen ihm gut taten und von welchen er sich lösen musste. Er entdeckte eigene Interessen, die lange verschüttet waren. Schritt für Schritt baute er Vertrauen auf. In andere und schließlich auch in sich selbst.
Heute arbeitet er in einem Kindergarten. Weil sich dieser Beruf gut anfühlt. Weil er angekommen ist.
Alle zwei Wochen trifft er sich weiterhin zur Nachbetreuung mit einem Coach von AQUA Mühle. Nicht aus Schwäche sondern aus Stärke. Weil Weiterentwicklung nie abgeschlossen ist.
In die Zukunft blickt Marcel* ruhig. Er möchte seine glücklichen Jahre mit seinen Eltern genießen. Und vielleicht, irgendwann eine Partnerin finden. Nicht aus Mangel, sondern aus Hoffnung.
Seine Geschichte zeigt: Wege aus der Sucht brauchen Zeit, Halt und die richtige Unterstützung. AQUA Mühle war für ihn mehr als ein Programm: Es war ein Ort, an dem er wieder zu sich selbst gefunden hat. Und heute lebt er nicht nur unabhängig. Er hat eine Aufgabe, die Sinn macht. Ein Leben, das ihm gehört.
*Name zum Schutz der Person geändert





